Schnappfalle

Keine Chance für eine Maus. Die Tötungsfalle, auch bekannt als Schlagfalle, gilt als die traditionellste Art, eine lästige Maus aus dem Vorratskeller loszuwerden.

Die kleine unscheinbare Apparatur, die es schon seit 1895 in der uns bekannten Form gibt, wird meistens aus Holz gefertigt, ist aber heute auch als moderne Kunststoffversion erhältlich. Am Tötungsdelikt ändert das nichts – die klassische Mausefalle arbeitet nach wie vor mechanisch und mit Hilfe eines Lockmittels. Dazu wird ein Köder (wahlweise Käse, Speck oder besonders gemein: Schokolade) in einen Metallstift auf die Tötungsfalle gespannt. Betreten die Füßchen der Maus den Stift, um am Lockmittel zu naschen, drückt ihr zartes Gewicht ein Brettchen herunter. Dieses löst nun eine gespannte Feder aus, die schließlich den tödlichen Metallbügel auf das Mäuschen niederschlagen lässt. Gewöhnlich wird durch diesen hinterhältigen Vorgang die Wirbelsäule der Maus gebrochen, worauf sie sofort stirbt ohne den Fußboden großartig mit Blut und Eingeweiden zu beschmutzen – alles zum Wohle des Hausherren. Wird sie aber nicht vollständig vom Metallbügel getroffen, erleidet sie ein trauriges Schicksal. In diesem Fall zergeht sie langsam an inneren Verletzungen, Unterkühlung oder einfach Erschöpfung im Zuge der entsetzlichen Angst.

Interessant bei den ganzen Diskussionen um Tötungsfallen ist, dass die Zweifler sich nicht in erster Linie um das Tier, sondern um den Menschen sorgen. Man könne sich ja schließlich beim Einspannen des Köders den Finger einklemmen oder Babys beim Spielen äußerster Verletzungsgefahr aussetzen.

Dabei ist der moralische Knackpunkt doch eher die Tatsache, dass der Mensch ein Tötungsurteil über ein Lebewesen fällt, das einfach seiner Neugier erlegen ist. Niemand käme auf die Idee, eine Tötungsfalle für ein Kätzchen aufzustellen, nur weil es von der Nachmittagstorte gekostet hat.

Sicherlich sind Schlagfallen ein billiger und effektiver Weg, die Maus aus dem Haus zu kriegen. Letztendlich muss man sich aber eingestehen können, dass es sich dabei um grausigen Mord im eigenen Heim handelt. Jeder muss am Ende für sich entscheiden, wie viel Gewissensballast noch auszuhalten ist.